Silbernes Wochenende bei den Belgium Open

                    
Bei den Belgium Open in Lommel versilbern die Kämpferinnen der TG Jeong Eui Nettetal ihre starken Leistungen. Madeline Folgmann kämpft sich durch vier Kämpfe am Samstag beim G1 Weltranglistenturnier bis ins Finale vor und Vereinskameradin Emel Karagöz schafft den Finaleinzug durch zwei Siege am Sonntag in der Kadettenklasse. 

Die Belgium Open waren international sehr stark besetzt, im Besonderen in der Klasse bis 53 kg in der Madeline Folgmann an ihre Leistungen der letzten Wochen anschließen wollte. Nach Freilos in der ersten Runde setzte sich Folgmann die an 2 gesetzt war souverän in der Vorrunde gegen Ilaria Genitoni Italien mit 13:1 und im Achtelfinale gegen Youssra El Boujjoufi Niederlande mit 10:1 durch und zog ins Viertelfinale ein. Die Ergebnisse hören sich immer einfacher an als sie tatsächlich sind. Es ist immer volle Konzentration gefragt, gegen die Gegnerinnen die hoch motiviert alles geben um die gesetzten Athletinnen zu schlagen. Die Favoriten zu dessen Kreis die Nettetalerin Folgmann gehört muss sich ständig gegen die Athleten behaupten die sie schlagen wollen, um in die Punkte zu kommen.

Im Viertelfinale traf Folgmann auf die thailändische Nationalkämpferin Phannapa Harnsujin die zum Favoritenkreis zählte im Besonderen durch die starken Leistungen der Vorrunde. Nicht zuletzt durch den Sieg im Achtelfinale gegen Julia Ronken. Die Thailänderin kämpfte den typischen thailändischen Stil mit starken Push Techniken und gleichzeitig den pfeilschnellen Techniken zum Kopf der Kontrahenten. Taktisch heißt dies für Trainer Pistel immer den Drahtseilakt zu gehen zwischen optimaler Offensive und taktischem Konterkampf zu variieren.
Das Konzept ging auf und Folgmann setzte es sehr gut um und setzte die Thailänderin immer wieder stark unter Druck und punktete im Infight. Die schnellen Angriffe der Asiatin konnte Folgmann zum größten Teil kontrollieren, aber nicht alle. Am Ende der dritten Runde stand es 11:11 zwischen beiden Topathletinnen. In der Golden Point Runde suchte Folgmann sofort die Entscheidung und setzte einen krachenden Westentreffer zur Entscheidung.

Das war eine riesen Leistung die starke Thailänderin zu besiegen und ins Halbfinale einzuziehen, freut sich Pistel nach dem Kampf. Nachdem das Turnier mit 2 Stunden Verspätung begann und Folgmanns erster Kampf erst um 17:00 Uhr war ging es nach dem Viertelfinale Schlag auf Schlag. Nur zwei Kämpfe hatte Folgmann Zeit sich zu regenerieren bis zum Halbfinale gegen die Griechin Christiana Tyrologou gegen die Folgmann letztes Jahr bei der U21 Euro bereits gewinnen konnte. Tyrologou hatte aber ebenfalls ein top Turnier bis dato hinter sich und im Halbfinale die Nummer 5 der Olympischen Rangliste bis 49 kg Iris Tang Sing aus Brasilien besiegt und ihre Klasse gezeigt.

Folgmann war hochkonzentriert und nahm das starke vordere Bein der Griechin gekonnt aus dem Spiel und zog ihren Kampf auf. Mit einem starken und konsequenten Auftritt siegt die Seenstädterin mit 7:1 und zieht ins Finale gegen die amtierende Weltmeisterin und Weltranglisten 1 Zeliha Agris aus der Türkei ein.

Es kam zum ersten Aufeinandertreffen von Folgmann und Agris die schon bei vielen Turnier gemeinsam waren aber noch nie aufeinandertrafen. Agris schaffte es mit ihrem sehr schnellen vorderen Bein ein Kopftreffer zu setzen und ging mit 0:3 in Führung. Folgmann kämpfte sich wieder ran und glich aus. Die Türkin setzte den nächsten Treffer zum 3:5 und wieder glich Folgmann zum 5:5 aus. In der letzten Runde schaffte es Folgmann enorm Druck aufzubauen und setzte die Treffer zum 7:5 und 9:5. Es war ein packender Kampf auf höchstem Niveau der das Interesse des Publikums auf sich zog. Agris setzte jetzt alles ein was sie hatte um den Kampf zu drehen. Beide Athletinnen setzen zeitgleich einen Kopftreffer, leider nur mit einer Wertung für die Türkin. Jetzt wurde die Nettetalerin kurz zu passiv und Agris konnte einen weiteren Kopftreffer landen zum 9:12.

Folgmann fing sich sofort wieder und konterte mit zwei Kopftreffern die nicht auslösten. Folgmann machte jetzt auf um den Kampf noch zu drehen in den letzten verbleibenden Sekunden schaffte es aber nicht mehr und kassierte noch einen Konter zum Endstand von 9:15. Nach einem hochkarätigen Kampf kann sich Folgmann über Silber freuen. Sie hatte Agris im Griff und hätte sich am Ende nur noch belohnen müssen. Aber sie weiß jetzt das es geht und sie die Weltmeisterin packen kann. Das ist die wichtigen Erkenntnisse aus diesem Kampf.
Am Ende ist es nach fünf staken Kämpfen gegen internationale top Konkurrenz wieder eine Medaille und ein Finale das die Kämpferin vom Niederrhein erreicht hat. Damit hat sie es bei den 6 Turnieren in diesem Jahr immer geschafft in die Medaillen- und Punkteränge zu kommen. Eine Serie die ihres gleichen sucht. Eine starke Konstanz der Deutschen Meisterin. Sie war die einzige Deutsche Dame die eine Medaille erkämpfen konnte in Belgien.

Am Sonntag kämpften die Kadetten und Jugendlichen bei den Belgium Open um die Medaillen. Der 15-jährige Raoul Heurs konnte krankheitsbedingt leider nicht starten.

Emel Karagöz startete wieder in der Klasse bis 59 kg und hatte es in ihrem Viertelfinale mit der Französin Noemie Rodriguez, auf die die Kämpferin der TG Nettetal bereits letzte Woche bei den Dutch Open traf. Karagöz schaffte es in Führung zu gehen durch klare Kopftreffer. Diese Führung gab Karagöz nicht mehr her in der Folge. Nur kurz vor Schluss wurde sie etwas nachsichtig und lies einen Kopftreffer der Französin zum Endstand von 13:9 zu.

Im Halbfinale traf die 14-Jährige auf eine weitere Französin Alya Lemaire. Hier zeigte Karagöz ihr gesamtes Repertoire und setzte einen Kopftreffer nach dem nächsten. Die Französin hatte dem Angriff druck der Nettetalerin nichts entgegen zu setzen. Leider funktionierte der elektronische Kopfschutz nicht richtig. Trainer Pistel forderte 2-mal einen Techniktest aber die Probleme blieben. Dadurch wurde es in der zweiten Runde noch mal eng als die Französin auf 8:7 herankam. Karagöz konnte den Druck aber nochmal erhöhen und am Ende der letzten Runde gewann sie deutlich mit 20:7 und zog ins Finale ein.

Ihre Gegnerin hieß, wie bereits im Finale der Slovenia Open, Justyna Kowalkowska aus Polen. Es war zu Beginn ein ausgeglichener Kampf der beiden starken Kadettinnen. Karagöz zeigte sich stabiler und stärker als noch in Slowenien, aber leider war die Problematik mit den Kopfschützern weiterhin auf der Kampffläche vorhanden. Karagöz versuchte die Punkte auf der Weste zu holen. Aber leider reichte das gegen die Polin nicht. Diese machte es clever und hielt am Ende gekonnt den Angriffen von Karagöz stand.
Es war ein super Kampf zwischen den Beiden mit dem besseren Ende für die Polin die die Belgium Open gewinnt. Karagöz unterlag mit einem guten Kampf und kann sich über Silber freuen. Das mit den Kopfschützern war schade, denn die Nettetalerin hatte einige gute Treffer am Helm der Gegnerin aus Polen setzen können, die aber keine Wertung brachten. Darüber hinaus hat die Polin einige gute Treffer zu Weste von Karagöz gelandet und eine Schwäche in der Deckung aufgedeckt. Daran heißt es in den nächsten Wochen zu arbeiten. Ebenso wie Folgmann setzt auch Karagöz mit der Silbermedaille eine super Serie fort. Im 6 Turnier in diesem Jahr schafft sie den 6 Finaleinzug und holt 4-mal Gold und zweimal Silber.

Leider hat das I-Tüpfelchen an diesem Wochenende gefehlt. Aber meine beiden Athletinnen haben eine super Leistung gezeigt und wir haben super gearbeitet die letzten Monate mit seinen vielen Turnieren. Ich habe wieder viel gesehen an dem wir in den nächsten Wochen arbeiten können um für die Europameisterschaften der Senioren und der Kadetten optimal vorbereitet zu sein.

Es geht für beide Athletinnen schon bald wieder weiter. Karagöz startet eine Woche nach Ostern bei den German Open und für Folgmann geht es ab Mittwoch zum Bundeskaderlehrgang nach Sonthofen und am Osterwochenende zum President Cup African Region nach Marokko. Das straffe Programm setzt sich fort, für beide Erfolgsathletinnen der TGN.