Madeline Folgmann holt Europameisterschaft Bronze

Madeline Folgmann von der TG Jeong Etui Nettetal erkämpft sich bei der Europameisterschaft im russischen Kazan die Bronzemedaille und bestätigt erneut ihre Form in diesem Jahr. Sie gehörte zum Kreis der Favoriten bei den diesjährigen Titelkämpfen und hielt dem Druck stand. Mit ihrer Bronzemedaille holt die Nettetalerin eine von insgesamt 3. Medaillen für das deutsche Team. 

Folgmann die an 2 gesetzt war durch ihre gute Platzierung in der Weltrangliste hatte in der ersten Runde ein Freilos und traf im Achtelfinale auf die in diesem Jahr stark aufstrebende Schwedin Nora Högfeld die im Vorkampf gegen Slowakei erfolgreich war. In der ersten Runde tat sich die Nettetalerin etwas schwer zu Punkten und ging mit einem 1:3 Rückstand in die zweite Runde. Hier stimmte jetzt das Timing und Folgmann entschied die Runde mit 11:4 für sich.
In der letzten Runde ließ sie der Schwedin nun keine Chance und beendete den Kampf vorzeitig mit 27:7 und zog mit souveräner Leistung ins Viertelfinale ein. Hier traf sie auf Christin Schoenegger.

Auf die taktisch sehr starke Österreicherin traf Folgmann bereits bei den German Open wo sie lange einem höhen Rückstand hinterherlaufen musste. Das sollte nicht wieder passieren und die Bundeskaderathletin ging hoch motiviert und konzentriert in die Begegnung. Folgmann war voll da, bewegte sich gut und nutzte jede Chance die Schoenegger ihr bot zum Punkten. Es war ein hochklassiger Kampf zwischen den Beiden, den Folgmann am Ende mit 12:6 für sich entscheiden konnte. Damit sicherte sie sich die Bronzemedaille und stand im Halbfinale. Hier hieß es wie bereits vor einigen Wochen in Athen Madeline Folgmann gegen Inese Tarvida.

Die Lettin ist 3. der letztjährigen Weltmeisterschaften und bis dato eine harte Nuss die Folgmann noch nicht knacken konnte. Es war ein Kampf mit vielen großartigen Aktionen auf beiden Seiten. Tarvida setzte immer wieder gute Aktionen aus ihrem starken und gefährlichen vorderen Bein und die Nettetalerin setzte die Lettin immer wieder stark unter Druck um im Infight zu Punkten. Beide Top Athletinnen bringen damit ihre Stärken durch um zu Punkten. Die erste Runde geht mit 4:6 an die Lettin aber damit ist noch nichts entschieden. Die zweite Runde startet wo die Erste aufgehört hat. Die Lettin kassiert einen Minuspunkt wegen verlassen der Kampffläche, zum 5:6. Danach kommt sie mit einen ihrer sehr schwer zu verteidigenden Angriffe zum Kopf durch und punktet zum 5:9. Folgmann kassiert nun einen Minuspunkt wegen schieben zum 5:10. Am Ende der Runde baut sie dann noch mal starken Druck auf und punktet im Infight und Tarvida bekommt einen Minuspunkt wegen erneutem verlassen der Kampffläche, zum 8:10.

Wieder geht es mit einem 2 Punkte Rückstand in die entscheidende Runde 3. Zu Beginn der Runde setzte die Lettin starke Aktionen zum Kopf kommt aber nicht durch. Jetzt dreht Folgmann wieder auf und Tarvida fällt hin. Minuspunkt zum 9:10. Beide landen nun Körpertreffer auf der Weste zum 11:14. Die Seenstätterin macht nun auf und riskiert alles um den Kampf zu drehen. Sie trifft vielfach auf die Weste jedoch ohne dass ein Punkt fallen will und so muss sie sich nach der Schusssirene mit 14:18 und tollem Fight geschlagen geben.

Es war ähnlich wie in Athen, ein super Kampf zwischen beiden Top-Athletinnen der auch gut anders hätte ausgehen können. Daher können wir sehr zufrieden sein mit der Bronze- medaille. Klar es war mehr drin aber auf diesem Niveau, bei diesen Kämpferinnen an der Weltspitze entscheiden Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage. Erklärt Trainer Björn Pistel der vor Ort seine Sportlerin unterstützt hat.

Auf dem Siegerpodest steht die Nettetalerin im erlesen Kreis von Vizeweltmeisterin Tatjana Kudashova (Russland) die Europameisterin wurde, WM Dritte Inese Tarvida (Lettland) die Vizeeuropameisterin wurde und Vize Olympiasiegerin Tijana Bogdanovic (Serbien) die ebenso wie Folgmann sich den dritten Platz sicherte. In diesem starken Starterfeld auf das Podium zu kommen, der hohen Erwartungshaltung Stand zu halten war für die junge Sportstudentin eine super Leistung und sie kann verdient stolz auf ihre Medaille sein, die sie für Deutschland erkämpft hat.
Mit diesem Erfolg, mit Bronzemedaille um den Hals und 14,4 Punkten für die Weltrangliste und Olympische Rangliste im Gepäck, kommt die Kämpferin vom Niederrhein am Montag zurück von ihrer ersten Europameisterschaft im Seniorenbereich.

Lange erholen ist jedoch nicht angesagt, da am ersten Wochenende im Juni in Rom die Grand Prix Serie startet, bei der die besten 32 der Olympischen Gewichtsklassen aufeinandertreffen.