Emel Karagöz wird Deutsche Meisterin, Raoul Heurs holt Bronze

Emel Karagöz von der TG Jeong Eui Nettetal erkämpft sich bei den Deutschen Meisterschaften in Magdeburg den Deutschen Meistertitel bei den Kadetten. Ihr Vereinskamerad Raoul Heurs erkämpft Bronze bei den U21 Titelkämpfen.

Die GETEC Arena in Magdeburg gab den Veranstaltern der Deutschen Taekwondo Union die Möglichkeit auf 6 Kampfflächen die beiden Deutschen Meisterschaften, der Kadetten und die der U21, parallel an einem Tag abzuhalten was von den Vereinen sehr begrüßt wurde. 

Die 14-jährige Emel Karagöz ging nach ihren Erfolgen in diesem Jahr als Favoritin an den Start in der Gewichtsklasse bis 59 kg der Kadetten. Diesem Druck hielt die Kaldenkirchenerin stand und bestritt ihr Viertelfinale gegen Joelle Mackeben aus Niedersachsen souverän mit ihrem typischen Druckvollen Kampfstil. Zu Beginn stimmte zwar die Distanz und das Timing noch nicht ganz aber dies besserte sich zusehends. Sie gewann vorzeitig den Kampf mit 27:7 und zog ins Halbfinale ein. Dort traf sie auf die Beleckerin Jule Irländer.

Die Sauerländerin hatte sich sehr gut auf die Nettetalerin eingestellt und machte in der ersten Runde einen hervorragenden Kampf und hielt diesen offen. In der zweiten Runde stellte Trainer Pistel etwas um und Karagöz erhöhte den Druck. Darauf fehlte Irländer die Antwort und Karagöz setzte sich Punkt für Punkt ab. Die sehr gute Physis der Seenstädterin trug am Ende mit dazu bei, dass der deutliche Sieg mit 20:4 verdient war.

Im Finale kam es zur Revanche für Karagöz gegen die Velberterin Melissa Arslan. Gegen sie hatte die Nettetalerin beim letztjährigen Euregio Cup verloren. Dies war eine besondere Motivation für Karagöz zugleich jedoch auch ein Faktor, der den Druck erhöhte, was der jungen Athletin vor dem Aufwärmen vor dem Finale anzumerken war. Als der Kämpf startete war davon allerdings nichts mehr zu sehen und Karagöz startete erneut druckvoll. Arslan konnte zwar in Führung gehen jedoch hielt diese nicht lange und die Nettetalerin setzte Punkt um Punkt. Arslan war dem Druck nicht gewachsen den Karagöz aufbaute und Angriffe der Velberterin parierte Karagöz gekonnt.

Ende der zweiten Runde baute Arslan deutlich ab von der Kondition. Die junge Bundeskaderathletin aus Nettetal legte an dieser Stelle noch mal zu. In der 3. Runde gewann Karagöz nach super Kampf vorzeitig und deutlich ihre Revanche mit 25:5 und wurde Deutsche Meisterin. Nach ihrem Vize Deutschen Meistertitel im letzten Jahr eine tolle Steigerung. Emel hat sich im letzten Jahr sehr gut weiterentwickelt und gute Fortschritte gemacht. Dies spiegelt die Dominanz wieder die sie hier in Magdeburg gezeigt hat bei der nationalen Konkurrenz berichtet Trainer Björn Pistel.  Jetzt richtet sich für Karagöz der Fokus auf die Kadetten Europameisterschaft Ende November in Spanien. Für diese internationale Konkurrenz gilt es sich jetzt zu wappnen und weiter zu verbessern.

Der 16-jährige Raoul Heurs startete bei den U21 Titelkämpfen und gehörte damit zu den Jüngsten im Starterfeld. In seinem ersten Kampf traf er auf einen der Lokalmatadoren aus Sachsen-Anhalt; Max Brähme. In der ersten Runde schaffte es Heurs seinen Reichweitenvorteil sehr gut auszunutzen und ging mit gutem Vorsprung in die zweite Runde. Hier drehte Brähme jedoch auf und lehnte sich gegen die Niederlage und kämpfte sich wieder heran. I
n der letzten Runde machte es der Breyeller sehr gut und gewann am Ende mit 19:11 und zog ins Viertelfinale ein. Hier knüpfte Heurs gegen den Baden Würtenberger Michael Gorin da an wo er im Kampf zuvor aufgehört hatte. Er musste zwar einen Rückstand zu Beginn hinnehmen ließ sich davon nicht beirren. Er kämpfte druckvoll und setzte schöne Aktionen in einem Kampf, in dem sich beide Kontrahenten nichts schenkten. Neben den Treffern die Heurs setzte, trieb er Brähme immer wieder dazu Minuspunkte zu kassieren, durch hinfallen, halten oder die Kampffläche zu verlassen.

In der dritten Runde beim Stand von 22:15 für Heurs bekam Brähme seinen 10-ten Minuspunkt. Der Kampf war entschieden und Heurs zog vorzeitig ins Halbfinale ein. Hier traf er auf Jona Pörsch von der TU Saar.

Der Seenstädter zeigte einen tollen Kampf mit vielen auch spektakulären Aktionen zum Kopf, die der erfahrene Pörsch aber parieren konnte und Heurs immer wieder auskontern konnte. Da stand in vielen Fällen die Deckung nicht, um die Treffer zu vermeiden. Trotz gutem Kampf unterlag Heurs deutlich gegen Pörsch der sehr stark war an diesem Tag. Raoul hat es geschafft seine guten Trainingsleistungen auf die Wettkampffläche zu übertragen und hat sich damit selber mit der Bronzemedaille belohnt. Mit 16 Jahren bei den U21 den Sprung in die Medaillenränge zu schaffen ist eine super Leistung und macht Lust auf mehr, so sein Trainer Björn Pistel.

Die dritte Starterin der TG Nettetal, Antonia Beck debütierte bei den Deutschen Meisterschaften auf diesem Level in der Klasse -55 kg. Sie traf nach einem Freilos in der ersten Runde auf die Favoritin und Bundeskaderathletin Beyza Nur Can aus Wuppertal. Die Hinsbeckerin zeigte einen sehr guten Kampf gegen die spätere Deutsche Meisterin dieser Gewichtsklasse und hielt den Kampf lange offen mit einen dünnen 0:2 Rückstand. Sie versuchte von ihrer Seite alles um den Kampf zu drehen und lies fast nichts zu, von Seiten der Wuppertalerin. Am Ende unterlag sie mit 0:5, konnte aber mit ihrem Debüt sehr zufrieden sein, sie hat sich sehr gut verkauft und hatte das Vertrauen des Trainers, sie dort starten zu lassen, bestätigt.

Insgesamt ein sehr erfolgreicher Tag für die TG Nettetal bei den Deutschen Meisterschaften, in Magdeburg. Neben dem Deutschen Meistertitel von Emel und der Bronze-Medaille von Raoul bin ich auf die Entwicklung stolz die alle drei Athleten gemacht haben. Alle haben sich sehr gut weiterentwickelt und ich bin froh das ihr Trainingseifer solche Früchte trägt. Sie trainieren 6-7-mal in der Woche für diese Entwicklung. Das Team unterstützte Trainerin und Betreuerin Heike Buscher.