Erfolgreiche Deutsche Meisterschaften

Bei den Deutschen Meisterschaften im bayrischen Nürnberg waren die Athleten der Taekwondo-Gemeinschaft Jeong Eui Nettetal ausgesprochen erfolgreich.

Madeline Folgmann, die aktuelle Nummer 2 der Weltrangliste, stellte sich der nationalen Konkurrenz und schaffte erfolgreich die Titelverteidigung. Die 14-jährige Antonia Beck erkämpfte sich bei ihrem ersten Start bei der Jugend den dritten Platz.

Madeline Folgmann wollte, wie auch im vergangenen Jahr, die Deutsche Meisterschaft für sich verbuchen in einer der stärksten Gewichtsklassen im deutschen Damen-Taekwondo. In ihrem ersten Kampf traf sie auf die Nürnbergerin Emanuela Kraus. Folgmann spielte ihre Klasse aus und siegte vorzeitig mit 27:6.
im Viertelfinale hatte es die Seenstädterin mit Alicia Schott aus Mainz zu tun. Sie wurde hier ebenfalls ihrer Favoritenrolle gerecht und besiegte die Mainzerin vorzeitig mit 25:3.

Im Halbfinale kam es, wie schon vor 2 Wochen bei den Dutch Open, zum Grenzland Duell zwischen Folgmann und Julia Ronken, die für den TSC Gladbeck startet. Beide Nationalkämpferinnen tasteten sich in den ersten beiden Runden mehr oder weniger ab, beide wissend um die Stärke der Kontrahentin. In der letzten Runde beim Stand von 6:6 bekam Ronken einen Minuspunkt zum 7:6 für Folgmann. In der Folge schaffte es Folgmann weitere zweimal erfolgreich auf die Weste zu punkten, zum finalen Endstand von 11:6 für Folgmann.

Ronken machte in der letzten Runde noch einige sehr gute Aktionen zum Kopf, die jedoch keine Wertung mit sich brachten, so dass Fortuna auf Seiten der Nettetalerin stand.  So kam es zur Wiederauflage des Finals der Deutschen Meisterschaften von 2018 in Düsseldorf, gegen die Nummer zwei der 53 er Klasse, Roxana Nothaft aus Nürnberg.

Im Letzen Jahr vor heimischer Kulisse konnte sich Folgmann den Deutschen Meistertitel sichern. Diesmal hatte Nothaft den Heimvorteil und das Publikum auf ihrer Seite. Dies schien die Nürnbergerin zu beflügeln. Sie zeigte lupenreine Kämpfe bis ins Finale. Und auch hier, gegen Folgmann, begann sie sehr stark. Die erste Runde ging mit 6:0 an die bayrische Sportsoldatin.  In der zweiten Runde machte Nothaft da weiter wo sie in der ersten Runde aufgehört hatte und lag zwischenzeitlich mit 12 Punkten vorne.
Auf dem Level, Mitte des Kampfes, eigentlich schon eine Vorentscheidung. Jetzt schaltete die Sportstudentin aus Nettetal noch zwei Gänge hoch und fightete sich zurück in den Kampf, so dass es am Ende der zweiten Runde 12:16 stand. In der Letzen Runde punkteten beide, wobei Nothaft es immer wieder schaffte eine 4-6 Punkte Führung zu halten.

Es ging in die entscheidende Phase des Kampfes Ende der 3. Runde. Folgmann zeigte eine unglaubliche Moral und erhöhte nochmals den Druck auf Nothaft. Plötzlich stand es nur noch 23:24 für Nothaft und Folgmann schaffte das Unfassbare und setzte buchstäblich in letzter Sekunde den Treffer auf die Weste von Nothaft, zum 25:24 Finalsieg. Ein Kampf, der noch am Folgetag für Furore sorgte. Solche Moral und Siegeswillen zeugten viele Athleten und Trainer Respekt ab und sie gratulierten Folgmann und ihrem Trainer zu ihrem phänomenalen Finalsieg. Damit hatten Folgmann und Pistel ihre Mission Titelverteidigung erfolgreich abgeschlossen und die Nettetalerin sicherte sich ihren insgesamt sechsten Deutschen Meistertitel.

Am zweiten Tag der Nationalen Titelkämpfen ging bei der Jugend die 14jährige Antonia Beck (-59 kg) für die TG Nettetal an den Start. Bei ihren ersten  Deutschen Meisterschaften in ihrer Altersklasse hatte sie es gleich im ersten Kampf mit einem echten Schwergewicht zu tun.

Eda Tunc vom TC Ingelheim ist amtierende deutsche Meisterin der Kadetten. In der ersten Runde konnte keine der Athletinnen trotz vieler guten Aktionen punkten, jedoch verteilte der Kampfleiter jeweils Beiden zwei Minuspunkte. So ging es mit einem Punktestand von 2:2 in die zweite Runde.  Hier spürte man deutlich, dass die Hinsbeckerin ihren Respekt nach und nach ablegte und der Ingelheimerin mehr und mehr den Schneid abkaufte. Sie schaffte es sich Punkt für Punkt zu erarbeiten und setze in der Letzen Runde einen tollen Kopftreffer zum 11:3 Endstand.

Im Viertelfinale traf sie auf die Bayerin Eileen Handschuh. Nach ausgeglichener erster Runde in den beiden Kämpferinnen sich einen Minuspunkt einhandelten, ging die Bayerin mit 3:1 in Führung. Beck schaffte aber umgehend den Ausgleich und Handschuh bekam einen weiteren Minuspunkt zum 4:3, für die Nettetalerin. In der dritten Runde hatte die junge TGN Athletin ihre Gegnerin im Griff und setzte den entscheidenden Treffer zum 6:3 Endstand und sicherte sich damit den Einzug ins Halbfinale.

Hier stand ihr die erfahrene Kämpferin aus Belecke, Jule Irrländer gegenüber. In der ersten Runde zeigte sich die Schülerin der Liebfrauenschule Mülhausen noch etwas beeindruckt von den Aktionen aus dem Infight heraus, zum Kopf und musste nach 2:0 Führung einen Rückstand von 6:2 hinnehmen, schaffte es jedoch diesen auf 7:4 zu verkürzen. In den folgenden Runden kam Beck immer besser mit Irrländer zurecht und setzte viele gute Aktionen. Am Ende war es hauchdünn. Die Nettetalerin unterlag nur knapp mit 7:10. Beck hatte alles versucht, den Kampf noch zu ihren Gunsten zu drehen. Es fehlte aber ein wenig der finale Punch, um ins Finale einzuziehen.

Mit dieser Leistung kann die 14-jährige Nettetalerin sehr zufrieden sein und sich verdient über ihre Bronzemedaille und den Podiumsplatz freuen. Antonia hat sich diesen Erfolg hart im Training erarbeitet. Dies ist der verdiente Lohn, so berichtet ihr Trainer Björn Pistel.

Ein großartiges Wochenende mit Top Performance unserer TG Nettetal Athleten liegt damit hinter uns. Für Madeline Folgmann geht es am nächsten Freitag schon wieder nach Hamburg zu den German Open, wo die internationale Konkurrenz auf sie wartet.