Deutsche Meisterin Madeline Folgmann und Jens Leewen wird Dritter

Bei den Deutschen Taekwondo Meisterschaften im Westfälischen Lünen sichert sich Madeline Folgmann ihren insgesamt 7 Deutschen Meistertitel. Jens Leewen feiert ein furioses Comeback auf nationaler Ebene und erkämpft sich Bronze. Beide Athleten der TG Nettetal setzen sich auf ihrem Weg gegen starke nationale Konkurrenz durch und tragen dazu bei das ihr noch junger Landesverband, die TU NRW, den Sprung auf Platz zwei der Verbandswertung hinter Bayern geschafft hat.

Nach der Auslosung war klar es wird kein leichter Weg für Madeline Folgmann zu ihrem 7 Titel in der Gewichtsklasse bis 53 kg. Im ersten Kampf traf sie auf die Berlinerin Luha Arbresha, die Folgmann klar dominierte und deutlich mit 14:2 schlug. Im Viertelfinale traf die Studentin der Sportwissenschaften auf Lea Karmely aus Stuttgart die bei der Jugend Weltmeisterschaft Bronze erkämpfen konnte. In der ersten Runde schaffte es Folgmann in Führung zu gehen musste die jedoch kurzzeitig zum 1:3 wieder hergeben. Lange konnte der „Young Star“ aus Stuttgart jedoch nicht gegen halten, die Nettetalerin erhöhte den Druck und setzte zahlreiche schöne Treffer zur Weste und Kopf. Mit 15:9 war der Einzug ins Halbfinale gesichert.

Hier kam es zum Duell der beiden Favoriten der 53 kg Klasse, was in den letzten beiden Jahren das Finale darstellte, gegen Roxana Nothaft. Beide Top-Athletinnen kennen sich aus vielen spannenden Kämpfen und es lag wieder eine besondere Spannung in der Luft, beim Halbfinale.

Es blieb nicht lange beim Abtasten und beide Nationalkämpferinnen kämpften von der ersten Runde an auf Sieg. Nach Führung Folgmann wechselte diese zum 2:4 an die Nürnbergerin. Folgmann schaffte prompt den Ausgleich. In der zweiten Runde brachte ein sehr schöner Kopftreffer und weitere exzellente Aktionen den Ausbau der Führung, die die Hinsbeckerin in der dritten Runde sogar noch ausbauen konnte. Am Ende gewinnt Folgmann gegen ihre stärkste Konkurrentin deutlich mit 18:8 und unterstrich ihre Stärke.
Schlüssel zum Erfolg war dabei ihre offensivere Kampfausrichtung, an der sie mit ihrem Trainer im letzten Jahr lange gefeilt hat.

Im Finale traf sie auf Julia Ronken vom TSC Gladbeck die sich im anderen Pool durchsetzen konnte. Im Kopf hatte Folgmann mit Sicherheit noch die erste Niederlage gegen Ronken von den Polish Open, aus dem Vorjahr. Diesmal waren die Vorzeichen zwar dieselben, das Folgmann erst einige Tage vorher von einem Trainingslager aus Asien wieder zurückgekehrt ist, jedoch war die Regeneration diesmal nach dem harten Trainingslager in Korea besser als damals in Polen.

Das Finale zwischen den beiden Kontrahentinnen war anders als das Halbfinale gegen Nothaft eher taktisch geprägt und beide Kämpferinnen warteten auf ihre Chance die entscheidenden Punkte zu setzten. So endete die erste Runde mit 0:0. In der zweiten Runde erhöht die TG Nettetal Kämpferin kontrolliert den Druck und setzt den ersten Treffer mit einem Fauststoß zum 1:0. In Folge baut sie die Führung auf 4:0 aus. In der letzten Runde kontrolliert Folgmann dann gekonnt den Kampf und lässt Ronken keinen Druck aufbauen.

Am Ende setzt Ronken dann noch mal alles auf eine Karte und Folgmann stört nicht konsequent genug, so dass ein Drehtritt zum Kopf den Kampf hätte drehen können, dieser aber knapp das Ziel verfehlt. Es bleibt aber beim 4:0 und Folgmann sichert sich ihren nun siebten Deutschen Meistertitel.

Nach dem harten Trainingslager und den Reisestrapazen, ein super Start in das Turnier Jahr 2020. Nächste Woche gehts sofort weiter zum Trainingslager mit der Nationalmannschaft nach Serbien und dann zum President Cup und den Helsingborg Open nach Schweden.

Ein super Comeback feiert nach sieben Jahren auf dieser Deutschen Meisterschaft Jens Leewen. Er wollte es noch mal wissen und hat sich die letzten Monate mit seinem Trainer intensiv und zielgerichtet auf diese Meisterschaften vorbereitet. Ein erstes Testturnier im Dezember in Sindelfingen beim Park Pokal hatte bereits gezeigt, das Leewen noch viel von seiner alten Klasse hat.

In Lünen traf der Brüggener gleich auf den Titelverteidiger der Klasse bis 80 kg Philipp Trzeciak. Leewen kam gleich gut auf Touren und setzte dem Norddeutschen mit seinen schnellen explosiven Aktionen zu. Sehr variable gewann er deutlich seine Auftaktbegegnung mit 15:7 und zog ins Viertelfinale ein. Hier hatte er es mit dem Dachauer Islam Karimov zu tun, der in der Vorrunde mit vielen sehr starken flexiblen Aktionen zum Kopf beeindruckte.

Das bekam auch Leewen zu Beginn der ersten Runde zu spüren. Der Dachauer kam im Infight immer wieder zum Kopf von Leewen durch und ging mit 0:9 in Führung. Umstellung war gefragt, um diese hohe Hypothek wieder aufzuholen. Leewen schaffte es und lies nichts mehr zu und kämpfte sich Punkt für Punkt heran und drehte den Kampf fulminant zu einem Entstand von 15:9.

Das beeindruckte viele Trainer und Weggefährten des ehemaligen Nationalkämpfers die diese Leistung lobten und ihren Respekt aussprachen.

Im Halbfinale hieß der Kontrahent Azat Manukjan aus Friedrichshafen. Beide Kämpfer neutralisierten sich gegenseitig sehr gut. Leewen kam nicht richtig in den Kampf und sein Gegenüber lies kaum eine Chance zum Punkten zu. Es war ein enger Kampf, der bis zur letzten Sekunde offen war und am Ende knapp mit 2:5 an Manukjan ging. Damit hatte Leewen bei seinem Comeback Bronze gewonnen.

Eine top Leistung des ehemaligen Eurokämpfers und 4-fachen Deutschen Meisters der von vielen Seiten Lob für sein Comeback und seine Leistung bekam. Die intensive Vorbereitung hatte sich ausgezahlt.

Am Sonntag trat Antonia Beck bei den an selber Stelle stattfindenden Deutschen Jugend Meisterschaften in der Klasse -63 kg an. Leider hatte die junge Nettetalerin keinen guten Tag und schaffte es nicht ihr Können auf die Matte zu bringen und unterlag knapp mit 2:4 in der Vorrunde.

Da wäre deutlich mehr drin gewesen für die aufstrebende Kämpferin Beck. Aber sie wird diese Erfahrung mitnehmen und daraus für die kommenden Herausforderungen lernen.

Trainer Björn Pistel war sichtlich zufrieden mit den Deutschen Meisterschaften in Lünen. Großartige Einzelergebnisse für unseren Verein in unserem Jubiläums Jahr „25 Jahre TG Nettetal“. Das bekräftigt mich das wir auf dem absolut richtigen Weg sind. Zudem freute sich Pistel, als Referent der TU NRW, über das erstklassige Abschneiden seines jungen Verbandes bei der Verbandswertung.