EM-Nominierung für Antonia Beck

Die 16-jährige Bundeskaderathletin musste wie viele andere junge Athleten bedingt durch die Corona-Pandemie durch eine schwierige Zeit. Nach ihren ersten internationalen Einsätzen und Erfolgen (Bronze bei den Dutch Open 2019), kam der sportliche Lockdown und Turniere und Training kamen zum Erliegen. Das Training konnte Beck schnell wieder an ihrem Landesstützpunkt in Nettetal aufgrund einer Ausnahmebestimmung aufnehmen, aber Turniere fielen aus. Sie nutze die wenigen Chancen sich zu zeigen und schaffte den Sprung in den Bundeskader. Sie hatte die Hoffnung zum Olympischen Jugendlager nach Tokyo zu fliegen, für das sie sich über ein aufwendiges Bewerbungsverfahren qualifiziert hatte. Leider fiel auch dies der Pandemie zum Opfer und wurde durch eine Woche Jugendlager in Frankfurt ersetzt. Natürlich bei weitem kein Ersatz für die richtigen Olympischen Spiele in Japan, aber im Nachhinein eine tolle Erfahrung für die junge Taekwondo-Athletin. 

Beck nutze jedoch die Zeit für ihr Training und lies nicht locker, denn sie und ihr Trainer Björn Pistel wussten, es würde wieder losgehen und eine Zeit nach der Pandemie geben. Auch eine Oberschenkelverletzung warf sie nicht zurück. In der Zeit wo hohe Techniken mit den Beinen tabu waren, trainierte sie ihren Fauststoß.  Als die ersten internationalen Turniere wieder stattfanden, war sie gut vorbereitet, um gleich zu überzeugen. Mit ihren dritten Plätzen bei den Tallin- und Dutch-Open sowie einer sehr guten Leistung und Platz 5 in Polen, setzte sie ihre Konkurrenzfähigkeit international unter Beweis. Klar war eine Nominierung allerdings nicht, da nicht alle Gewichtsklassen bei der Europameisterschaft besetzt werden können.

Als das Nominierungsschreiben vom Präsidenten der DTU, Stefan Klawiter, per Post eintraf, war die Freude im Hause Beck und in der TG Jeong Eui Nettetal natürlich riesig. Antonias Wille und Einsatz in den letzten nicht leichten Jahren hat sich ausgezahlt, und das nachhaltige Konzept der TG Nettetal um Trainer Björn Pistel trägt erneut Früchte mit einer weiteren Teilnehmerin bei einer Europameisterschaft. 

"Für mich ist die Teilnahme von Antonia bei der Europameisterschaft ein voller Erfolg eines langen Weges", erklärt ihr Heimtrainer Björn Pistel. "Bei der Europameisterschaft gehört sie nicht zu den Favoritinnen, aber nach dem langen Lockdown ist es schwierig von einer klaren Favoritenrolle zu sprechen. Viele Athletinnen, die in Sarajevo an den Start gehen, kennen wir noch nicht, und wir haben noch nicht die Möglichkeit gehabt sie zu scouten. Daher werden wir in die letzten beiden Wochen noch einmal alles geben, um das Beste rauszuholen am Balkan. Antonia hat absolut ihre Stärken mit ihrer zweiten und dritten Techniken und ist für jeden Gegner mehr als eine unangenehme Kontrahentin, weil sie ihren eigenen Stil entwickelt hat." Mit diesem Wissen und der Überzeugung in ihre Fähigkeiten geht es am Mittwoch, den 10 November, im Aufgebot der Nationalmannschaft nach Sarajevo. Ihren Wettkampftag hat die Nettetalerin am 14. November, an dem ihr der Bundesadler mit Sicherheit Flügel verleihen wird, um eine Top-Leistung abrufen zu können, und mit dieser kann dann alles passieren.

 

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